In der Autogazette gibt es einen Artikel über den Langzeittest bei Next Energy. Nach etwas längerer Pause ist auch Mirko Hannemann mal wieder direkt zu hören: “Drei Monate sind drei Monate”, “Das ist doch ein guter Anfang.” und “Dafür dass mancher Kritiker laut tönte, unsere Batterie sei speziell hochgezüchtet und lässt sich nicht mehr als zweimal aufzuladen . . .”
Informationen:
- Heute wird/wurde der Management Award an MH verliehen
- Infos zum Langzeittest (selbst mit Klimaanlage 230km möglich)
- Kolibri Akkus kommen ohne extra Kühl/Wärmesystem aus
- LE Mobile musste ein Steuergerät wegen eines Wassereinbruchs austauschen, kennt nun aber diese Schwachstelle
- Sven Streubel schätzt, dass die Heizung im Winter 10-20km Reichweite “kostet”
- LE Mobile will eine größere Stückzahl an Kolibri Akkus von DBM beziehen
Toll, Mirko Hannemann hat mal wieder einen Preis bekommen.
Und seine Batterien haben 3 Monate durchgehalten. Wozu muß man das eigentlich groß herausstellen, wo die Batterien bei Papstar schon seit Jahren im Einsatz sind?
Und “hochgezüchtet” sind die Batterien in den 3 Testfahrzeugen ganz bestimmt nicht. Schließlich haben sie nur einen Bruchteil der Kapazität (nämlich 40kWh) der Batterie des Lekker-Mobils , die angeblich “beliebig reproduzierbar” ist, trotzdem haben die Testfahrzeuge das gleiche Gewicht. Wie mag da das Leistungsgewicht aussehen?
Naja, vielleicht schafft es Hannemann, noch ein paar seiner vollmundigen Ankündigungen wahr zu machen: Aufbau einer Fertigungsstätte, Jahresumsatz im dreistelligen Millionenbereich… Und was machen eigentlich die 15 festen Mitarbeiter und (angeblich) 200 Honorarkräfte so? Wo sind die Batterien, die sie produzieren?
Noch schöner wäre es allerdings, wenn er seine Batterien mal der Öffentlichkeit präsentieren würde. Von der IAA, der Clean-Tech World und der E-Car-Tec hat dbm energy sich ja trotz der Ankündigung auf der eigenen Webseite ferngehalten. Glaubt Hannemann allen Ernstes, auf diese Art und Weise Kunden gewinnen zu können?
Der Presse kann man mit sowas wie “hey, das macht alles überhaupt keinen Sinn” nicht kommen. Die Message muss für das nur am Rande interessierte Publikum kurz und verständlich sein – und da sind Details zu Energiedichten usw. nur hinderlich. “Batterie -> DBM -> Strom -> geht doch” mit ein paar Blümchen drumherum muss reichen. Das bittere ist, dass sich die meisten Journalisten nicht mal großartig anpassen müssen um diese Simplifizierung rüberbringen zu können – die denken selbst genau so und sind ebenfalls nur am Rande, wenn überhaupt, interessiert. Die wirklichen Fakten (noch dazu im Kontext) scheinen niemanden weiter zu jucken – alle kritzeln einfach drauflos – und weiter geht’s zur nächsten abgenudelten “Nachricht” (ich nenne das zärtlich die Vertwitterung der Medien). Im anderen heute von PW eingestellten Artikel heisst es “… von Hannemann entwickelte und von 3M produzierte Batterie…”. Wo kommt sowas her? Wurde da recherchiert? Garantiert nicht. Der Autor hat einfach ne Runde gegoogelt und irgendwas von irgendwem nachgeplappert, das in einer Woche von irgendjemand anderem nachgeplappert wird. In zwei Wochen wird rgendwo in den USA jemand darüber bloggen und spätestens in vier Wochen steht’s bei Wikipedia und die staunende Welt nimmt es als Faktum hin, dass DBM Batterien von 3M produziert werden.
Naja, immerhin war ja auf dem Lekker-Mobil ein 3M-Aufkleber drauf. Und im Zusammenhang mit (vermeintlichen) jungen Genies macht sich namedropping immer gut.
Leider ändert sich durch noch so viel Geschwurbel nichts an der Faktenlage um dbm energy und ihre Batterien, die werbewirksam von der Öffentlichkeit ferngehalten werden.
Für mich steht fest, DBM benutzt chinesische LiFePO4s für sein System. Ich hab’s bereits bei http://www.cleanthinking.de im Forum gepostet.
Die Zelle steht bei DBM komischerweise nie im Vordergrund, wäre Sie doch die eigentliche Sensation. Es sind immer die Komplettsysteme.
Unter http://www.dbm-energy.com/de/technologie.html steht wörtlich: “It’s not a cell — it’s a system.”
Die Zelle ist anscheinend gar nichts besonderes. Im Video des UN-Test bei der BAM kann man in einer Szene (nach dem Stempeltest) sehen, dass auf der Pouchzelle irgendwelche Beschriftungen unkenntlich gemacht wurden. Sieht von der Größe und Abstand fast aus wie chinesische Zeichen. Dann diese auffällige orange Folie an der Seite der Anschlüsse. Wenn man ein bisschen googlet, findet man, dass der Hersteller “Howell Energy (Shenzhen) Co., Ltd.” dies gerne bei seinen Pouch-Zellen so anbringt. Howell Energy stellt übrigens auch LiFePO4-Zellen her.
Ich will jetzt auch einen Preis! ;-)
Komischerweise bringen die chinesischen LiPo-Zellen aber nicht die Leistung wie der Kolibri und erhitzen sich unter starker Belastung.
Du kriegst keinen Preis.
Natürlich kriegen die das auch hin, man muss das System halt nur mehrsträngig aufbauen. 5C Peak, 2-3C Dauer sind auch von chinesischen LiFePO4 erreichbar. Das dann mal zwei oder drei sollte reichen.
Wer genug Kohle hat, nimmt natürlich A123
http://www.a123systems.com/products-cells-prismatic-pouch-cell.htm
Die kann man auch schon seit Jahren kaufen und es gibt sogar Datenblätter dazu.
Übrigens der 600 km Rekordakku überzeugte auch nicht gerade durch seine Leistung (der A2 wurde von LKWs überholt), sondern nur durch seine angebliche Energiedichte von 300 Wh/kg. Die übrigens seitdem nie wieder erreicht wurde.
Das einzige mir bekannte Entladediagramm eines Kolibri-Akkus stammt angeblich von der DBM Internetseite, war aber nur kurz über diese verfügbar.
http://www.pedelecforum.de/forum/attachment.php?attachmentid=8304&d=1288252391
Die Leistungsfähigkeit dieses Kolibri-Akkus ist anscheinend nicht so toll, bereits ab 50% SOC steigt der Ri stark an und das bei einer 1C Belastung.