Archive für Kategorie: pressw0rds comment

Long time no hear – ein frohes neues Jahr an alle pressw0rds Leser!

Es ist etwas ruhig geworden bei pressw0rds – aber nicht weil es nichts zu berichten gibt, sondern weil der Autor mit unterschiedlichen privaten Dingen beschäftigt war. Es folgen also bald spannende Updates :-)

pressw0rds wird von UJF Foulspiel vorgeworfen – wahrscheinlich aufgrund der kritischen Berichterstattung über den BrandEins Artikel.  Es ist von „der meint, dumme Spielchen treiben zu müssen“ und anderen Unterstellungen („Ich hatte nicht erwartet, dass sie meine Replik freischalten würde, denn sie hat schon einmal einen bissigen Kommentar von mir gelöscht.„) die Rede. Schade, dass ein Journalist zu solch einem Niveau fähig ist.

Aber alles der Reihe nach:

  1. UJF hat in der BrandEins einen Artikel über DBM Energy veröffentlicht.
  2. pressw0rds berichtete darüber, wie über alles was über die DBM/KPGS AG berichtet wird
  3. UJF hat auf den Artikel reagiert und einige aufgeworfene Fragen beantwortet und daraufhin bei pressw0rds einen Kommentar eingestellt
  4. Aus zeitlichen Gründen habe ich es bisher nicht geschafft die Antwort zu kommentieren und daher auch nicht freigeschaltet – was mir nun als Foulspiel ausgelegt wird.

Fakt ist:

pressw0rds löscht (außer Spam) keine Kommentare. Alle Kommentare wurden bisher freigeschaltet, auch die von UJF (vgl z.B. hier und hier). Aus unterschiedlichen Gründen ist eine zeitliche Verzögerung möglich. Und mein lieber UJF: Die Einstellung für Kommentare steht auf ‚Der Autor muss bereits einen genehmigten Kommentar geschrieben haben.‘ – alle weiteren erfordern keine Freischaltung mehr. Aber das setzt natürlich voraus, dass man die gleichen Daten für die Kommentarfunktion benutzt. In einigen wenigen Ausnahmefällen wurden Kommentare verschoben (wenn diese z.B. aus Versehen zu einem falschen Artikel gepostet wurden).

Da die Sache langsam eine Eigendynamik entwickelt, wurde der UJF Kommentar zum Artikel freigeschaltet – auch wenn die pressw0rds Antwort darauf noch ein wenig dauert. Aber sie kommt ganz sicher :-)

Den folgenden Artikel möchte ich den pressw0rds Lesern nicht vorenthalten, obwohl ich heute nicht mehr schaffe, diesen komplett zu kommentieren. Zunächt das Positive: Es ist der seit langem umfangreichste (8 Seiten) und ausführlichste Artikel über Mirko Hannemann und die DBM/KPS.  Er erschien in der  deutschen Wirtschaftszeitschrift Brand eins und wurde von pressw0rds Abonnent Ulf J. Froitzheim geschrieben. Es gibt zahlreiche neue Informationen und etliche bekannte Infos, von denen sicherlich einige von pressw0rds inspiriert sind :-)

Nun zur Kritik: Auch wenn teilweise nicht schlecht recherchiert wurde stecken doch viele Fehler im Bericht und einige Aussagen werden ohne Belege in den Raum gestellt. Hier hätte ich mehr erwartet. Ich werde im Laufe der Zeit die fragwürdigen Stellen ergänzen und freue mich auf eine angeregte Diskussion :-)

Aussage: „DBM Energy fängt bei null an, ohne Sacheinlagen, verfügt aber schon am Gründungstag über einen Lithium-Akku.“

Mirko Hanemann bekam im Jahr 2005 den Auftrag einen Hochleistungsakku zu entwickeln. Als das „geglückt“ war, gründet er die DBM Energy um weiter daran zu forschen und den Akku zu vertreiben. Der Akku ist also nicht am Gründungstag aus der Luft gefallen, sondern wurde über Jahre zuvor entwickelt. (Was auch später im Artikel so erwähnt wird).

Aussage: „Tags darauf bringt der Anleger-Newsletter »Fuchsbriefe«, zu dem er und Mattke Verbindungen haben“

Quelle? Beweis?

Aussage: „Mit einer Ladung halte ein 80-Kilo-Pack aus Lithium-Polymer-Zellen (LiPo) so lange durch wie ein 1,5 Tonnen schwerer Blei-Säure-Block mit zwei Ladungen. Das wäre eine sensationelle Energiedichte, höher als die des Lithium-Luft-Akkus der IBM-Grundlagenforscher, der als Nonplusultra gilt – 1000 Wattstunden pro Kilogramm (Wh/kg).“

Woher diese Zahlen kommen ist ein Rätsel. Der Kolibri Akku aus dem Papstar Rennen wog 100kg und der Bleiakku 1170kg (Quelle). Der Kolibri Akku hat knapp 3h länger durchgehalten – also 9,3h >< 12h (1Ladung vs. 2Ladungen??). Von einer Energiedichte von >1000 Wh/kg steht nichts in den Fuchsbriefen und es hat nie jemand etwas derartiges berichtet oder geschrieben, das ist absoluter Unsinn.

Aussage: „In einer Broschüre präsentiert sich DBM Energy bald darauf als Entwickler von Akkus, die schon in Luft- und Raumfahrt, Motoryachten und Werkzeugen im Einsatz seien – ohne konkrete Referenzen.“

Quelle?

Aussage: „Woldt notiert, Hannemann sei „studierter Physiker an der TH Ilmenau“, dabei war dieser dort von 2003 bis 2007 im Studiengang Medientechnologie eingeschrieben.“

Wo man eingeschrieben ist und was man studiert kann durchaus ein Unterschied sein. Mirko Hannemann hat (laut seiner eigenen Aussage) angewandte Physik und Elektrotechnik studiert (Quelle 1. Video 1:40). Er hat das Studium aber nicht abgeschlossen (was er auch zugibt).

pressw0rds berichtete im vergangenen Jahr über eine Fahrt der Firma Bea-Tricks von Flensburg nach München. Auch wenn die Fahrt damals erfolgreich war, waren die Bedingungen – um es milde auszudrücken – sehr unrealistisch. 65 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit und 1400kg Akkugewicht sind nur zwei Beispiele für die Realitätsferne dieser Aktion. In der Zwischenzeit gab es eine erneute Fahrt über 1000km von Berlin zur eCarTec Messe in Paris. Beatricks hat nachgebessert und beispielsweise den Akku um 500kg „erleichtert“ – bei angeblich gleicher Energie. Wenn also die alte Batterie eine Energiedichte von 128Wh/kg (1400kg; 180kWh) mitbrachte, soll der neue Akku eine Energiedichte von 200 Wh/kg (900kg; 180kWh) haben, was ganz beachtlich ist. Trotz dieser Verbesserung und der erfolgreichen Fahrt nach Paris wurde ein Lieferwagen benutzt um den Akku transportieren zu können, da 900kg eben immernoch zu viel ist. Über die Kosten des Akkus und des Projektes schweigt sich die Firma aus. Ein lediglich kleiner Schritt auf einem noch langen Weg findet pressw0rds…

Heimlich still und leise hat DBM Energy die Geschäftsräume in der Lankwitzer Straße 42-43 verlassen und ist in die Rudower Chaussee 44 umgezogen. Wer sich die Strasse mal in *oogle / *ing Maps anschaut wird nur mit dem Kopf schütteln. Das liegt aber daran, dass das Kartenmaterial stark veraltet ist. Hier und hier gibt es neuere Bilder.
Die Rudower Chaussee 44 gehört zum Berliner Adlershof – einem der modernsten Wissenschafts- und Wirtschaftsstandorte Deutschlands. Im Adlershof befinden sich neben knapp 900 Unternehmen mit rund 2 Mrd. Umsatz auch etliche Forschungseinrichtungen. Es gibt 4 sogenannte Schwerpunktcluster

  • IT und Medien
  • Mikrosysteme und Materialien
  • Bio- und Umwelttechnologie
  • Photonik, Optik und Photovoltaik

Die Nummer 44 ist das so genannte „Oktogon – Campus für Gewerbe und Technologie“. Auf der klassischen Sheddachkonstruktion der ehemaligen Fertigungshalle entsteht Berlins größte Photovoltaik-Dachanlage mit einer Gesamtnennleistung von 1.010 kwp und einen jährlichen Energieertrag von 820 MWh. Bis Anfang 2013 entsteht auf dem 55.000 Quadratmeter Grundstück zwischen Rudower Chaussee, Hermann-Dorner-Allee und James-Franck-Straße ein Hallen- und Bürokomplex aus 14 Gebäuden mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von rund 60 Mio. Euro. Die Neubauten werden als Green Buildings zertifiziert und ebenfalls mit Photovoltaikmodulen bestückt. Weitere Infos gibt es hier und hier.

Fazit: Der Umzug macht also durchaus Sinn – raus aus der Frickelbudenatmosphäre der Lankwitzer Strasse in repräsentative Büroräume mit der Möglichkeit der Hallenanmietung. Die gute Vernetzungsmöglichkeit mit Firmen und Forschungseinrichtungen im Adlershof (z.B. Solon ein DBM Partner/Kunde hat seinen Sitz im Adlershof) ist ein weiter Pluspunkt. Die Solaranlage auf dem Dach ist dann das i-Tüpfelchen.

Auf der Homepage von DBM Energy steht, dass die Firma auch auf der IAA vertreten sein wird. Doch im offiziellen Ausstellerverzeichnis finden sich weder die DBM Energy, noch die Kolibri Power Systems AG, noch das BMWi. Weiß jemand wo und ob DBM Energy auf der IAA vertreten sein wird?

Aktuelle Pressemeldung  von 3M (auch von cleanthinking aufgegriffen):

3M erhält für die Entwicklung von langlebigen und kostengünstigen Batterien von der US Regierung Fördermittel in der Höhe von 4,6 Mio Dollar. Dann folgender Satz der Pressemeldung, Zitat: „3M  ist Hersteller von chemischen und elektronischen Komponenten, die die Speicherung von Energie in Batterien verbessern. „Wir sind zur Zeit im Gespräch mit führenden deutschen Batterie- und Automobilherstellern, die ihre Batterietechnologie weiter vorantreiben wollen“ erklärt Heike Nietgen, von 3M in Neuss […]“.

Bemerkung: Vielleicht erinnert sich der ein oder andere, auf dem Lekker Mobil prangte ein großes 3M Logo. Vielleicht ist 3M also auch im Gespräch mit DBM Energy?

Ich würde DBM nicht als einer der führenden deutschen Batteriehersteller bezeichnen – aber was sind schon die größten deutschen Batteriehersteller im Vergleich zur internationalen Konkurrenz? Fünf Firmen decken 80% des Weltmarktes ab: AESC (26%), LG Chem (18%), Panasonic/Sanyo (15%), A123 (14%) und SB LiMotive (6%). Lediglich Bosch hält 50% an SB LiMotive und spielt damit als einziges deutsches Unternehmen in der Oberliga mit. „Die größten deutschen Batteriehersteller“ werden also ganz schnell sehr klein. Ob so klein wie DBM / KPS wird sich zeigen…

Eine kurze Info in eigener Sache:

Ich wurde vor kurzem gefragt ob ich selbst ein Elektroauto fahre – leider nicht ständig, aber derzeit einen Opel Ampera. Ich liebe dieses lautlose Dahingleiten und die Beschleunigung – genau dafür mache ich diesen Blog –  Elektromobilität ist definitiv ein Weg in die Zukunft! Und irgendwann schmeiß ich den Benzinmotor raus und baue Kolibri Akkus ein ;-)

Wenn ich Zeit finde stelle ich nochmal ein paar Bilder hoch… Bei Fragen zum Auto schreibt einen Kommentar.

Es gibt ein interessantes Video vom VDE Kongress 2010 in Leipzig. Dort hat Mirko Hannemann einen kurzen Vortrag gehalten (ab Minute 4:50-10:30). Nennenswerte Infos:

  • Mirko Hannemann sieht sich nicht als alleiniger Erfinder der Technologie, es ist eine Teamleistung
  • DBM hat 3M als externe Forschungskapazität
  • es gibt externe Finanzmittel- und Möglichkeiten um Forschung zu betreiben
  • DBM ist nicht nur Vertreter der Lithium Metall Polymer Technologie, sondern besitzt ein „Zellportofolio“ von 700 Zellchemien/Zellen . LMP ist nur ein Beispiel davon

Kommentar:
Das sind zwar keine eindeutigen Antworten wie sie von einigen gefordert werden, jedoch kann das der erste Teil einer Antwort sein:

  • Wie ist Mirko Hannemanns Aussage von 50 Leuten zu erklären, die an der Entwicklung beteiligt waren? 3M und DBM Mitarbeiter.
  • Woher stammen die 15 Mio. Euro die in die Entwicklung/Forschung investiert wurden? Extern, 3M? und aus privater Hand.
  • Warum gibt es scheinbar widersprüchliche Aussagen zu den Energiedichten der Kolibri Batterien? Die Akkus besitzen eine andere Zellchemie/Zusammensetzung und je nach Anforderung an Leistung/Gewicht und Kosten wird ein anderer Typ genutzt.
  • Warum gibt es keine Patentanmeldungen auf Mirko Hannemann? Werden die Patente von 3M gehalten?

Update: In einer vorherigen Session (ab Minute 25:30) wird in einer Diskussionsrunde eine Frage zu der Lithium-Metall-Polymer Technologie von DBM gestellt. Den Abschluss bildet ein gutes Statement von Andreas-Michael Reinhardt vom IKT-EM.

In einem Kommentar zu einem pressw0rds Artikel wurde folgendes geschrieben: „Fassen wir mal zusammen, was uns DBM bisher so alles unterjubeln wollte bzw. was hier und andernorts daraus gemacht wurde. Demnach hat DBM Batterien, die…“

“ ca. 300 Wh/kg Energiedichte aufweisen“
Richtig ist:  Es scheint drei unterschiedliche Versionen zu geben: 280 Wh/kg (Lekker mobil), 170  Wh/kg (Silberpfeil und 3 Next Energy Audis) und 140 Wh/kg (Gabelstapler Papstar).

“ „sicher“ sind“
Richtig: Die Kolibri Akkus wurden von der BAM nach dem „UN- Prüfhandbuch zur Beförderung gefährlicher Güter“ getestet und haben den Test bestanden. Die Akkus dürfen also problemlos transportiert werden.

„auch im Auto nicht klimatisiert werden müssen“
Richtig: Laut Aussage von DBM weist die Batterie einen Einsatzbereich von -20 bis +60 °C auf, die BAM testete über eine Temperaturspanne von -40 bis +75 °C. Es ist keine zusätzliche Klimatisierung notwendig.

„als Komplettpack ca. 1.000 Dollar kosten“
Richtig ist: Zu den Preisen wurden bisher noch keine verlässlichen Angaben gemacht. Bisher gibt es zu den Preisen folgenden Aussagen:

  • (Offiziell – Mirko Hannemann und Markus Rösler) „Batterie und Strompreis liegen bei 7,20 Euro auf 100 KM“
  • (Inoffiziell Papstar – Gregor Falke) „Der Akku aus Berlin kostet etwa viermal so viel wie der alte Bleispeicher.“
  • (Inoffiziell – Peter Hoffmann, The Hydrogen and Fuel Cell Letter) „[…] estimates that the mass-production cost of a 98.8 kWh version of the pack would range from 800 to 1,000 euros, or from about $1,100 to $1,400 […]“
  • (Inoffiziell – Berliner Zeitung 1.2.2010) „Hannemann kalkuliert mit der Hälfte des Aufwandes, der für Lithium-Ionen-Batterien notwendig ist. Er kann sich eine weitere Halbierung vorstellen, würden seine Akkus in größeren Stückzahlen hergestellt.“
  • …150 Euro / kWh ….und viele andere Mutmaßungen / Schätzungen / Interpretationen

„in 6 Minuten zu laden sind (Technologie dazu existiert, wird aber nur intern verwendet)“
Richtig ist: In älteren Artikel ist zunächst von 20 min die Rede (z.B. FAQ Lekker). In einem aktuelleren Interview gibt Mirko Hannemann die Ladezeit mit 10 min an (Schnellladefunktion von 95% in 10min). Die Angabe von 6 Minuten geht auf einen Artikel der Webseite gm-volt.com zurück.  In einem Update (Kommentar 71) sagt Markus Röser angeblich folgendes: „Regarding the recharging time we use internal our own Power Bricks, an energy storage system, with 600 kW.“ Das heißt es gibt also einen 600 kW Netzteil / Transformator mit Batterie, die für das Aufladen einer 98 kWh Batterie benutzt werden kann. Fazit: Es gibt eine Schnellladefunktion, wie diese funktioniert und wie lange es dauert ist derzeit unklar.

„5.000 Zyklen durchhalten“
Richtig: In einer aktuellen Pressemeldung gibt DBM Energy 5.000 Ladezyklen an. In älteren Berichten waren es 2000 / 2500.

“ aktuell in größeren Mengen produziert werden“
Richtig: In einem Vortrag von Mirko Hannemann im Mai 2011 steht „05/2011 Beginn der Großserienfertigung“. Im Interview mit dem ADAC wird die Fertigungskapazität im Jahr 2011 insgesamt auf 50MWh angegeben.

„in kleineren Mengen seit Jahren im Praxiseinsatz sind“
Richtig: Der Akku ist seit 2009 z.B. bei Papstar im Einsatz. Unbestätigt ist der Einsatz bei ALDI. Nicht bestätigt hat sich der Einsatz bei der Spedition Eberl.

„von konkurrierenden Firmen für mehrere hundert millionen gekauft werden wollten“
Richtig: Stammt aus einem Artikel der Wirtschaftswoche.

„nicht patentrechtlich geschützt sind“
Richtig ist: Eine der wenigen Aussagen zu diesem Thema findet sich im Interview mit dem ADAC: „Aus Gründen des Wettbewerbsschutzes möchten wir hierzu generell keine Aussagen mehr machen. Unser Knowhow ist sowohl rechtlich wie auch physisch geschützt.“ Alles Weitere ist Spekulation.

In einer Pressemeldung gibt Next Energy (NE) einige Informationen zu der Alltagstauglichkeitsprüfung.

Fakten:

  • die drei Audis wurden von L.E. mobile umgebaut (wie von pressw0rds bereits gemutmaßt)
    • Viersitzer, geräumiger Kofferraum
    • elektr. Sitzheizungen, elektr. Fensterheber, elektr. Klimaanlage, etc. pp.
  • neuartige Economy-Anzeige -> Aufschluss über die Effizienz des aktuellen Fahrstils
  • Akkus sind Kolibri Akkus von DBM Energy
    • 40 kWh
    • Reichweitenangabe von NE pro Akkuladung > 200km
  • bis September soll jedes Auto mindestens 15.000 Kilometer zurückgelegt haben

Kommentar von pressw0rds:
Frage: Warum  so sparsam bei der Reichweitenangabe? Bisher war doch immer von 300km die Rede…?
Antwort: (Mutmaßung) Es sind 30 Akkupacks (60 Zellen) verbaut mit folgenden Daten:

  • 30 Akkupacks (pro Pack 2 Zellen und 1,368 kWh)
  • 41,04 kWh
  • 240 kg Akkugesamtgewicht
  • umgerechnet auf den Dekra Reichweitentest (454,82 km bei 62,928 kWh) ergibt das knapp 297 km

Daher ist auch die bisherige Angabe von 300km zu erklären. Next Energy stapelt demnach lieber zu tief als zu hoch…

SKANDAL UM FÖRDERGELDER titelt die Autobild in der morgigen Ausgabe Nr. 22. Unter den kritischen Stimmen scheint die Autobild langsam den ADAC abzulösen. Es werden Gerold Neumann (GN) mit „zu viel“ und der Bund der Steuerzahler(BdSt) mit „Verschwendung von Steuergeldern“ zitiert.

In Rahmen des Forschungsprojektes „GRID Surfer“ (vgl. Artikel vom Mai 23, 2011) kaufte Next Energy drei von DBM Energy und L.E. mobile umgebaute Audi A2 um diese einem 3-monatigen Alltagstauglichkeitstest zu unterziehen. Einer der Audis kostet 120.000 Euro. GN findet den Kaufpreis nicht gerechtfertigt und stellt eine Summe von max. 71.300 Euro in den Raum. Karl H. Däke vom BdSt findet es sei die reine „Verschwendung von Steuergeldern“. Next Energy hingegen hält 360.000 für einen günstigen Preis. „Offen sei auch, wieso die Autos für den dreimonatigen Test gekauft und nicht beispielsweise Opel Ampera geleast wurden.“

Fazit von pressw0rds:

1. Wenn man ein Auto leasen will, muss es auch existieren. Opel Amperas sind erst ab Ende 2011 verfügbar und können rein elektrisch nur ca. 60km-80km zurücklegen.

2. Die EWE steuert 50% zu den Fördermitteln des Bundes hinzu (geschätzt 10 Mio Euro) Woher weiß der BdSt, dass es sich um Steuergelder und nicht um „Industriegelder“ handelt? Davon abgesehen, ist eine Investition in Schlüsseltechnologien wie die Elektromobilität und entsprechende Forschungsprojekte nie Verschwendung.

3. Was wäre denn gewesen, wenn die Fördergelder ins Ausland geflossen wären? Diese Schlagzeile wäre interessant gewesen…

Update:  In dem Artikel wird unter anderem die verantwortliche Bereichsleiterin Dr. Bettina Lenz mit dem Worten zitiert, dass sie das für einen „günstigen Preis“ halte. pressw0rds hat nachgefragt und sie hat nie mit einem Reporter der Autobild gesprochen. Eine anschließende Email mit einem Dementi und der Bitte um Klärung blieb unbeantwortet…

In einem reißerischen Artikel vom 08.04.2011 titelt das Onlinemagazin *olar-driver: „DBM Akku-Schwindel durch Tests nun doch aufgeflogen!“ Es ist von „Schwindel“ und „Unterschlagung“ und die Rede. Die „Fakten sind überzeugend“ und man „fordere direkte Konsequenzen“. In einer Kurzzusammenfassung nennen sie dann ein paar Zahlen und Gründe warum und wie die DBM betrogen haben muss. Wer die genaue Rechnung und weitere Hintegründe erfahren will, muss ein kostenpflichtiges Abonnement abschließen. Das das nicht notwendig ist, zeigen bereits etliche Fehler in der Kurzzusammenfassung:

Behauptung:[…] die Angaben von DBM zu einem Akkugewicht bei 99 kWh von 300 kg nicht dem tatsächlichen Gewicht entsprechen.

Wahrheit: Der Akku wog 350kg. Siehe dazu das Datenblatt des Lekkermobils.

Behauptung: „[…] in Bezug auf die Testergebnisse der BAM und der DEKRA konnte errechnet werden dass aber ein reales Gewicht von 810 kg bestanden haben muss. Dies bedeutet, dass man 510 kg einfach unterschlagen hat.“

Wahrheit:  Diese Behauptungen sind falsch. Das maximale Gewicht des (98,8 kWh) Akkus hat max. 576kg betragen. Photos und Rechenbeweis siehe Artikel von der Hannover Messe.

Das Vorgehen von solar-driver ist stark fragwürdig. Es wird die Neugier mit unwahren Headlines geweckt um dann auf das kostenpflichtige Webangebot verwiesen zu werden. Angebliche e-Mobility Experten die beim näheren Hinschauen keine sind (der Artikel ist vom „eMobility-Experten“ Harald Gasse geschrieben, einem Dipl. Grafikdesigner).

FAZIT: Artikel von *olar-driver als Schwindel enttarnt.

Der ee-blog hat eine Interview mit Markus Röser, dem neuen Pressesprecher der DBM Energy veröffentlicht. Es gibt keine neuen Infos, lediglich über den folgenden Satz bin ich gestolpert:

„Batterie und Strompreis liegen bei 7,20 Euro auf 100 KM bei 12 Kilowattstunden Verbrauch. Den Einzelpreis pro Kilowattstunde kann man so nicht beziffern, da er von verschiedenen Komponenten abhängig ist. Die Batterie wird aber im Bereich Elektromobilität von unserer Seite nicht teurer sein, als herkömmliche Batterien in Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren.“

Der kWh Preis einer „normalen“ Starterbatterie liegt ungefähr bei 100 Euro für 1kWh (10 Euro pro 0,1 kWh). Das heißt eine 63 kWh Kolibri Batterie würde damit 6300 Euro kosten.

In einem älteren Artikel aus dem Handelsblatt, taxiert Gregor Falke (Logistikchef beim Partygeschirrhersteller Papstar) die Kosten wie folgt:

„Der Akku aus Berlin kostet etwa viermal so viel wie der alte Bleispeicher.“  Auf Nordakku kostet ein Bleiakku für Gabelstapler 2212,- Euro (48 V, 775AH). Der Kolibri Akku würde so ca. 8848 Euro kosten.

Der ADAC hat ein interessantes (durchaus positives) Interview mit DBM Energy Gründer Mirko Hannemann geführt. Neben den allgemeinen Fragen und bekannten Sachverhalten gibt es drei (neue) Aspekte:

  • Frage zu Patenten: „Unser Knowhow ist sowohl rechtlich wie auch physisch geschützt.“
  • Kosten: „Ca. 7,20 Euro fallen für Batterie und Energie an auf 100 Kilometer.“
  • Stückzahlen: „Im ersten Jahr sind wir in der Lage, bis zu 50 MWh der Kolibri-Akkus zu liefern.“

Wenn man das auf die Rechnung aus dem letzten Artikel anwendet kommt man zu folgendem Ergebnis:

Fertigungskapazität DBM Energy 2011

Wenn 1 Zelle = 0,684 Wh -> dann hat die DBM im Jahr 2011 eine Fertigungskapazität von ca. 73.100 Zellen. Nicht schlecht für den Anfang, aber man kann nur hoffen, dass neue Produktionsstätten in Planung sind…

Preis eines Kolibri Akkus

Der Preis des Akkus ist schwieriger auszurechnen. Der von der DEKRA geteste Wagen hatte einen 62.928 kWh Akku und kam damit 454,82km weit. Bei einem Strompreis von 0,20 Euro pro kWh und einem Wirkungsgrad von 97% macht das:

64,874 kWh * 0,20 Euro = 12,97 Euro / 454,82km-> 1297 / 454,82 = 2,85 Euro / 100km

Bleiben also 7,20-2,85 = 4,35 Euro für den Akku. Da die Gesamtkilometeranzahl der 7,20 Euro Schätzung nicht bekannt ist, kann leider keine sinnvolle Rechnung des Akkupreises vorgenommen werden.

Der Preis (Massenproduktion) für den 98,8kWh Akku des Lekkermobils wird von Mirko Hannemann in einem Artikel der New York Times auf angeblich  800-1000 Euro geschätzt. Was alles bisherige in den Schatten stellen würde.

In der Vergangenheit wurde viel berichtet über die DBM Energy und den entwickelten Kolibri Akku.  Ich habe die Berichterstattung aufmerksam verfolgt und fand die Bandbreite hoch interessant. Von guten Artikeln bis hin zu ominösen Unterstellungen war alles dabei; von unzähligen  Fehlern ganz zu schweigen. Vor allem ein Unternehmen sticht aus der negativen Berichterstattung heraus, aber davon später mehr.  Dieser Blog hat das Ziel eine ausgewogene Darstellung der DBM Energy und deren Akkuentwicklung zu geben. Quellen sind offizielle Presseberichte, Berichte anderer Medien und Emailverkehr.

Ich hoffe ich finde genügend Zeit den Blog aktuell zu halten. Man liest sich.
Pw0