pressw0rds liegen die Folien eines Vortrages vor, den Mirko Hannemann in der letzten Woche gehalten hat. Es gibt ein paar neue Infos:

Vorstellung DBM Energy:

  • 01/2005 Beginn der Entwicklung (am Kolibri Akku)
  • 07/2009 Gründung der DBM Energy GmbH
  • 09/2009 Ersteinsatz im Bereich Förderfahrzeuge
  • 02/2010 Auszeichnung mit dem „Innovationspreis“
  • 10/2010 Weltrekordfahrt von 605 km mit eAuto
  • 05/2011 Beginn der Großserienfertigung

Vorstellung Kolibri Technologie:

  • Lithium Feststoffzellentechnologie
  • Kombination aus Zelltechnologie und Systemintelligenz
  • Anwendungsspezifische Speicherkonfiguration
  • Frei von seltenen Erden und Gefahrenstoffen
  • Geprüft von der Bundesanstalt für Materialforschung
  • Einsatz bei mobilen, Industrie- und Kraftwerksspeichern

Die restlichen Folien beschreiben das 3. Standbein von DBM Energy „Speicher und Gridprotection“ und die damit verbundenen Herausforderungen. Wie kann der Kolibri Akku eingesetzt werden um alternative Energiequellen sinnvoll zu komplementieren um Energiesicherheit zu gewährleisten und zu erhöhen.

DBM Energy ist gegen den reißerischen und falschen Artikel von *olar-driver (vom 08.04) vorgegangen und hat eine einstweilige Verfügung erwirkt. Das Magazin hatte in einer Kurzzusammenfassung des Artikels Unwahrheiten verbreitet  um im Anschluss auf ein dubioses kostenpflichtiges Onlineangebot hinzuweisen.

Interessant ist die Eidesstattliche Erklärung von Mirko Hannemann die *olar-driver vorliegt:

„[…] Der DEKRA Test lässt weitergehende Rückschlüsse auf die im Rahmen der Weltrekordfahrt benutzte Batterie nicht zu. Es handelt sich um eine neu aufgebaute Batterie, für deren Gehäuse und Leitungssysteme teilweise andere Materialien mit anderen Gewichtsverhältnissen verwendet wurden […] Die Behauptung bei der Weltrekordfahrt handelt es sich um einen „Schwindel“ und dies sei durch die Tests von DEKRA und BAM bestätigt ist falsch. Dies gilt schon deshalb, weil die Vorgabe des BMWi zur Weltrekord-Testfahrt sich alleine auf die Reichweite des Fahrzeugs bezog. […] Die DBM hat kein konkretes Gewicht der Batterie angegeben. Dies ist aus Gründen der Betriebs- und Geschäftsgeheimnis auch nicht beabsichtigt gewesen. Ich kann jedoch sagen, dass das Gewicht des Energiespeichers, zu dem auch Leitungen ect. gehören, deutlich unter 400 Kilogramm lag. […]“

368kg um genau zu sein, wie von pressw0rds berechnet.

Aufgrund dieser Aussage und dem eigenen Emailverkehr mit DBM Energy scheint es zwischen DBM Energy und dem BMWi eine vertragliche Grundlage für den Erhalt der Fördermittel gegeben zu haben. Dieser Vertrag legte zwei Dinge fest:

  1. Erreichung von über 300km
  2. Einhalten eines maximalen Leergewichtes (1500kg?)

In einem Schreiben von DBM Energy Pressesprecher Markus Röser gegenüber pressw0rds wurden die Zahlen aus dem Silberpfeil Artikel bestätigt. Die Batterie hat demnach folgende Spezifikationen:

Silberpfeil:

  • 62,928 kWh elektrische Arbeit
  • 92 Zellen (180 Ah; 3,8V; 4kg) [46 packs à 2 Zellen]
  • 368kg Gesamtgewicht
  • 171 Wh/kg Energiedichte

Die Zahlen des 98,8 kWh Lekker Mobils sind aber ebenfalls korrekt, da eine komplett andere Batterie (Zitat: „ein in Material, Gewicht anderes Batterie-Paket“) verbaut war. Hauptziel des DEKRA Tests war die Reichweite von 300km bei einem maximalen Leergewicht des Fahrzeugs von weniger als 1500 kg. Silberpfeil- und Lekker Mobil Batterie sind also  nicht direkt miteinander vergleichbar. Einer der Gründe für die Unterschiede war wohl der sehr enge zeitliche Rahmen des (Silberpfeil) Projektes.

Lekker Mobil:

  • 98,8 kWh elektrische Arbeit
  • 100 Zellen (260 Ah; 3,8V; 3,5kg)
  • 350 kg Gesamtgewicht
  • 282 Wh/kg Energiedichte

In einem reißerischen Artikel vom 08.04.2011 titelt das Onlinemagazin *olar-driver: „DBM Akku-Schwindel durch Tests nun doch aufgeflogen!“ Es ist von „Schwindel“ und „Unterschlagung“ und die Rede. Die „Fakten sind überzeugend“ und man „fordere direkte Konsequenzen“. In einer Kurzzusammenfassung nennen sie dann ein paar Zahlen und Gründe warum und wie die DBM betrogen haben muss. Wer die genaue Rechnung und weitere Hintegründe erfahren will, muss ein kostenpflichtiges Abonnement abschließen. Das das nicht notwendig ist, zeigen bereits etliche Fehler in der Kurzzusammenfassung:

Behauptung:[…] die Angaben von DBM zu einem Akkugewicht bei 99 kWh von 300 kg nicht dem tatsächlichen Gewicht entsprechen.

Wahrheit: Der Akku wog 350kg. Siehe dazu das Datenblatt des Lekkermobils.

Behauptung: „[…] in Bezug auf die Testergebnisse der BAM und der DEKRA konnte errechnet werden dass aber ein reales Gewicht von 810 kg bestanden haben muss. Dies bedeutet, dass man 510 kg einfach unterschlagen hat.“

Wahrheit:  Diese Behauptungen sind falsch. Das maximale Gewicht des (98,8 kWh) Akkus hat max. 576kg betragen. Photos und Rechenbeweis siehe Artikel von der Hannover Messe.

Das Vorgehen von solar-driver ist stark fragwürdig. Es wird die Neugier mit unwahren Headlines geweckt um dann auf das kostenpflichtige Webangebot verwiesen zu werden. Angebliche e-Mobility Experten die beim näheren Hinschauen keine sind (der Artikel ist vom „eMobility-Experten“ Harald Gasse geschrieben, einem Dipl. Grafikdesigner).

FAZIT: Artikel von *olar-driver als Schwindel enttarnt.

Der ee-blog hat eine Interview mit Markus Röser, dem neuen Pressesprecher der DBM Energy veröffentlicht. Es gibt keine neuen Infos, lediglich über den folgenden Satz bin ich gestolpert:

„Batterie und Strompreis liegen bei 7,20 Euro auf 100 KM bei 12 Kilowattstunden Verbrauch. Den Einzelpreis pro Kilowattstunde kann man so nicht beziffern, da er von verschiedenen Komponenten abhängig ist. Die Batterie wird aber im Bereich Elektromobilität von unserer Seite nicht teurer sein, als herkömmliche Batterien in Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren.“

Der kWh Preis einer „normalen“ Starterbatterie liegt ungefähr bei 100 Euro für 1kWh (10 Euro pro 0,1 kWh). Das heißt eine 63 kWh Kolibri Batterie würde damit 6300 Euro kosten.

In einem älteren Artikel aus dem Handelsblatt, taxiert Gregor Falke (Logistikchef beim Partygeschirrhersteller Papstar) die Kosten wie folgt:

„Der Akku aus Berlin kostet etwa viermal so viel wie der alte Bleispeicher.“  Auf Nordakku kostet ein Bleiakku für Gabelstapler 2212,- Euro (48 V, 775AH). Der Kolibri Akku würde so ca. 8848 Euro kosten.

Es gibt ein neues Video über den Silberpfeil von der Financial Times. Das Auto ist während der Fahrt mit drei Leuten zu sehen:

Ansonsten gibt es keine neuen Informationen, lediglich ein paar schöne bewegte Bilder :-)

Der ADAC hat ein interessantes (durchaus positives) Interview mit DBM Energy Gründer Mirko Hannemann geführt. Neben den allgemeinen Fragen und bekannten Sachverhalten gibt es drei (neue) Aspekte:

  • Frage zu Patenten: „Unser Knowhow ist sowohl rechtlich wie auch physisch geschützt.“
  • Kosten: „Ca. 7,20 Euro fallen für Batterie und Energie an auf 100 Kilometer.“
  • Stückzahlen: „Im ersten Jahr sind wir in der Lage, bis zu 50 MWh der Kolibri-Akkus zu liefern.“

Wenn man das auf die Rechnung aus dem letzten Artikel anwendet kommt man zu folgendem Ergebnis:

Fertigungskapazität DBM Energy 2011

Wenn 1 Zelle = 0,684 Wh -> dann hat die DBM im Jahr 2011 eine Fertigungskapazität von ca. 73.100 Zellen. Nicht schlecht für den Anfang, aber man kann nur hoffen, dass neue Produktionsstätten in Planung sind…

Preis eines Kolibri Akkus

Der Preis des Akkus ist schwieriger auszurechnen. Der von der DEKRA geteste Wagen hatte einen 62.928 kWh Akku und kam damit 454,82km weit. Bei einem Strompreis von 0,20 Euro pro kWh und einem Wirkungsgrad von 97% macht das:

64,874 kWh * 0,20 Euro = 12,97 Euro / 454,82km-> 1297 / 454,82 = 2,85 Euro / 100km

Bleiben also 7,20-2,85 = 4,35 Euro für den Akku. Da die Gesamtkilometeranzahl der 7,20 Euro Schätzung nicht bekannt ist, kann leider keine sinnvolle Rechnung des Akkupreises vorgenommen werden.

Der Preis (Massenproduktion) für den 98,8kWh Akku des Lekkermobils wird von Mirko Hannemann in einem Artikel der New York Times auf angeblich  800-1000 Euro geschätzt. Was alles bisherige in den Schatten stellen würde.

Ich war heute spontan auf der Hannover Messe und habe das genutzt um mir den neuen Audi A2 der DBM Energy namens „Silberpfeil“ anzuschauen.

Bei den Nahaufnahmen der Akkupacks ist mir folgendes Aufgefallen:

Beschriftung
Wert
Seriennummer 62011021B…
Produktionsdatum Feb. 2011
Nennspannung 3,8 V
Kapazität 2 x 180 Ah
Gewicht 8 kg

Zusammengerechnet kommt folgendes dabei heraus:

P = U *I (Leistung = Spannung * Stromstärke)

3,8 V * ( 2 * 180 Ah) = 1368 Wh-> Leistung eines Akkupacks

Im Interview auf Cleanthinking gibt Mirko Hannemann die elektrische Arbeit des Gesamtakkus mit 62,928 kWh an.

62928 : 1368 = 46 -> Das heißt, dass genau 46 von diesen Akkupacks im Silberpfeil verbaut sind.

Nun zu dem Teil, den ich nicht ganz verstehe beziehungsweise einige Fragen offen bleiben:

46 Akkupacks * 8 kg = 368kg Gesamtgewicht des Akkus

62928 Wh / 368 kg = 171 Wh/kg Energiedichte

Diese Angaben passen jedoch nicht zu den Angaben von Mirko Hannemann (vgl. Interview) und dem Datenblatt des Lekkermobils.

Die Energiedichte beträgt laut M.H. 250 Wh/kg und der 98,8 kWh Akku im Lekker Mobil hatte ein Gewicht von ca. 350 kg. Auf 64 kWh umgerechnet müßte der Akku also ca. 220 kg wiegen und nicht 368kg. Bei den ausgerechneten Zahlen hätte der Akku im Lekker Mobil ansonsten 576kg gewogen.

Kennt jemand die Lösung? Ihr könnt mich gern kontaktieren :)

31. März 2011

Wie der Tagesspiegel als erstes online Medium (und in papierform am morgigen Freitag) in einem Artikel berichtet, sind alle Tests des Kolibri Akkus „der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung sowie der Dekra positiv ausgefallen“. Der Tagesspiegel schreibt weiterhin: „dass der DBM Kolibri-Akku aufwändig untersucht wurde. Dabei wurde die Batterie extremen Klima- und Luftdruckschwankungen, elektrischen Kurzschlüssen, Überladung oder Falschpolung sowie starken mechanischen Einflüssen wie Schwingungen, Stoß und Aufprall ausgesetzt. „Die Kolibri-Zellen haben alle Prüfungen bestanden“, versicherte Hannemann. Trotz einer geringeren Batteriekapazität als im Demonstrationsfahrzeug schaffte das neu aufgebaute alltagstaugliche Elektrofahrzeug auf Basis eines Audi A2 auf dem Rollprüfstand der Dekra eine Reichweite von 454,82 Kilometern.“

Also lieber ADAC und ihr anderen Zweifler:

1. Der Akku hat die Tests der BAM bestanden

2. Der Akku hat die Tests der Dekra bestanden (Testfahrzeug (mit kleinerer Batterie) hat 454,82km zurückgelegt)

Hier ein Video über den Test und noch mehr Infos, Bilder und technische Details in einem Artikel:

KOLIBRI Technologie der DBM Energy besteht sicherheitstechnische Untersuchungen und Leistungstests

Update: Hier die offizielle Pressemeldung von DBM Energy auf Deutsch oder in english.

Februar 2011

Irgendwann wird die Kritik so massiv, dass die Bundesregierungs sich zu einer Stellungnahme genötigt sieht.

Kleine Anfrage im Bundestag: Drucksache 17/4392

cleanthinking: Antworten der Bundesregierung

cleanthinking: Bundesregierung hat keine Zweifel an der Rekordfahrt

autogazette: Bundesregierung verteidigt umstrittene Rekordfahrt

Auch der ADAC fragt beim BMWi nach. Der Artikel wird zunächst so überschrieben:

„Der Fall DBM: Wirtschaftsministerium beendet direkte Förderung des Rekordmobils“.

Also,

  1. das ‘ursprüngliche’ Lekker Mobil wurde einmalig gefördert. Nachdem das Projekt abgeschlossen war, war gleichzeitig auch die Förderung abgeschlossen. Etwas anderes war nie geplant – wenn keine Förderung besteht kann diese auch nicht beendet werden!
  2. Zitat „Das BMWi hat vor, die Alltagstauglichkeit von drei Fahrzeugen mit der Kolibri-Technologie über einen längeren Zeitraum eingehend untersuchen zu lassen. Dies soll in den nächsten Monaten in einem der vom BMWi geförderten Modellprojekte geschehen => Es gibt also eine NEUE Förderung!
  3. Die komplette Entwicklung der Kolibri Akku Technologie lief ohne 1 Cent Förderung ab. Das BMWi kam (danach) mit dem Projekt auf die DBM zu.

Nach meinen Anmerkungen, dass diese Überschrift sehr irreführend ist, wurde die Überschrift wie folgt abgeändert:
Wirtschaftsministerium untersucht Kolibri-Akkus in Modellprojekt – keine Förderung des Neuaufbaus des verbrannten Rekordautos

Januar 2011

Das passt scheinbar in das Bild vom ADAC:

Ein mysteriöser und umstrittener Rekord und kurz darauf geht das „Einzelstück“ und scheinbar einziger Beweis in Flammen auf.  Dann verschwindet um Weihnachten herum auch noch die Homepage und es ist keiner von DBM Energy zu erreichen. Und dann ist da ja auch noch die Frage der Brandursache – hat sich vielleicht sogar der Kolibri Akku entzündet und die historische Lagerhalle abgefackelt?

ADAC: Ist das Rekordauto abgebrannt?

Kurz darauf die Bestätigung:

ADAC: Rekordauto ist abgebrannt

Auch eine am selben Tag veröffentlichte offizielle Stellungnahme der DBM Energy kann die daraufhin folgenden „Zweifelkopierer“ nicht stoppen. Ein kleiner Auszug aus unzähligen Artikeln:

Spiegel: Abgebranntes Wunderauto

Handelsblatt: Umstrittenes „lekker Mobil“ ist verbrannt

Süddeutsche: Wunderauto, abgebrannt

Hamburger Abendblatt: Warum ging das Weltrekordauto in Flammen auf?

Heise: Weltrekordauto abgebrannt

Doch auch hier setzt Cleanthinking und die Wirtschaftswochen mit sehr guten Artikeln dagegen:

Cleanthinking: Papstar von DBM-Technologie überzeugt

WiWo: Mirko Hannemann: “Wir haben nichts Unrechtes getan”

Facts:

  • Das lekker mobil ist tatsächlich verbrannt
  • der Kolibri Akku war zu diesem Zeitpunkt nicht verbaut (es war nur eine Behelfsbatterie verbaut)
  • Das Landeskriminalamt ist eingeschaltet, Brandstiftung wird nicht ausgeschlossen
  • das erste Quartal 2011 nutzt DBM um sich neu (professionell) aufzustellen
  • es wird ein neues Testfahrzeug gebaut
  • Der Akku wird von der BAM getestet
  • Es wird ein neuer Reichweitencheck von der Dekra durchgeführt

Dezember 2010

Eine junge Firma stellt einen Rekord auf und nach anfänglicher Euphorie kehrt Ernüchterung ein. Natürlich sind noch eine Menge Fragen offen, aber die (Auto)Industrie ignoriert den Akku einfach und auch Wissenschaft und Presse äußern sich kritisch.

Zweifel aus Industrie & Wissenschaft

ADAC Mobility: Reaktionen aus der Wirtschaft und Wissenschaft

Wirtschaftswoche: Autoindustrie mauert gegen Rekord-Akku

FCBAT: Zusammenfassung und kritische Stimme von Prof. Dr. Garche

Zweifel aus der Presse:

ADAC: Rätsel um die Wunderbatterie, Zweifel an der Rekordfahrt

Es ist eine Theorie, aber die Negativwelle scheint vorallen von einer Quelle auszugehen und scheinbar alle anderen zu erfassen. In etlichen weiteren Artikeln wird auf den ADAC Artikel verwiesen.

Heise: ADAC zweifelt an Rekordfahrt mit dem „lekker Mobil“

Financial Times: DBM Energy geht der Saft aus

N-TV: Zweifel am Wunder von Berlin

ZDF: Video über Zweifel der ADAC Motorwelt

Spiegel: Milliarden statt Kolibri Akku

FAZ: Ist der Kolibri eine Ente?

Gestellte Fragen:

  • Warum löst ein „Nobody“ die Probleme die Forschungsinstitute und Industrien weltweit nicht lösen konnten?
  • Wie sieht die Lösung genau aus?
  • Ist die Technik alltagstauglich?
  • War das alles nur Inszeniert?

Kritikpunkte:

  • Warum hat der Notar abgesagt?
  • Das Journalistenauto hatte das Auto während der Rekordfahrt nicht immer im Auge
  • DBM lehnte den ADAC Reichweitencheck ab

Wo viel Schatten ist, da muss es aber auch Licht geben, das Technologieblog Cleanthinking veröffentlicht ein Interview mit DBM Energy:

Hintegrund: Die Wunder?-Technologie von DBM Energy

ursprünglicher Artikel – aus Gründen der Reihenfolge verschoben

Oktober 2010

Zunächst gab es einige Vorankündigungen:

Autobild: 600 Kilometer ohne Aufladen?

Wirtschaftswoche: Fahren Elektroautos bald 600 km pro Akkuladung?

Und im Anschluss teilweise begeisterten Artikel:

Autobild: 600 km mit Strom & Dieser kleine Stromer hängt die Großen ab

B.Zeitung: Fahrt in die Zukunft & Eine Geschichte von großer Reichweite

Die Zeit: 600 Kilometer mit nur einer Akkuladung

Heise: Elektroauto fährt von München nach Berlin

Wirtschaftswoche: Elektroauto-Rekordfahrt: Von M bis B ohne Nachladen

Handelsblatt: M-B: Weltrekord mit E-Auto & Durchbruch bei Elektroauto

Der ADAC nimmt in der Berichterstattung eine Sonderrolle ein, auf die ich später noch genauer eingehen werde. Die Rekordfahrt wurde von einem Kleinbus mit Pressevertretern begleitet, so auch vom ADAC. Der erste Artikel ist eine Art Logbuch der Fahrt: Das Wunder von Berlin.

Eine weitere Medienquelle ist cleanthinking.de – ein Wirtschaftsmagazin und Blog welches über umweltfreundliche Technologien / Produkte oder Firmen berichtet. Den Artikel über die Rekordfahrt gibt es hier Geglückter Rekordversuch.

Der erste Schwung der Artikel ist fast durchweg positiv. Bei den Daten über die Fahrt und das Auto gibt es kleinere Abweichungen, aber alles im Rahmen…

Oktober 2010

Wie schon vor einiger Zeit angekündigt, will die DBM beweisen, dass eine durchgängige Fahrt von München bis Berlin bereits heute machbar ist. Und das Mithilfe des Kolibri Akku und einem Audi A2 der von der Leipziger Firma L.E. mobile umgebaut wurde. Über diese spektakuläre Fahrt wurde später viel berichtet. Was viele nicht wissen ist, dass das Lekker mobil die Strecke Berlin – München 2x gefahren ist. Das sind 1210 km innerhalb von 30h. Nachzulesen im offiziellen Streckenbericht.

Zunächst die offiziellen Daten aus dem offiziellen Datenblatt des ‚lekker mobil‘ Audi A2. Viele Medien weichen teilweise stark von diesen Daten ab:

Datenblatt Schwankungen div. Presseberichte
Fahrzeug Audi A2 1,4l
Baujahr 2004
Leistung 55 kW peak
Gewicht 1260 kg (leer)
Reichweite 650 km
Batteriekapazität 260 Ah
Nennspannung 380 V
Energiegehalt 98,8 kWh 115 kWh
Gewicht 350 kg 100kg und 300kg
Arbeitstemperatur -20°C bis +80°C
Nutzbarer Energiegehalt 97 % 99,7 %
Lebensdauer zyklisch 2000 Zyklen 2500
Lebensdauer kalendarisch 10 Jahre

Es gibt weiterhin einen FAQ von lekker, der weitere Fragen beantworten dürfte. (z.B. „Wie lange dauert eine Aufladung dieser Lithium-Metall-Polymer-Batterie?“).

September 2010

Die EuroTransportMedia GmbH (Gemeinschaftsunternehmen von DEKRA, Motor Presse Stuttgart und VF Verlagsgesellschaft) berichten in einem Interview mit Mirko Hannemann über die Möglichkeit eines Elektro LKW. Zitat:

transaktuell.de: Wann könnte erstmals ein schwerer Lkw mit reinem Elektroantrieb über Deutschlands Straßen rollen?

Hannemann: Sofort! Weniger reden, mehr handeln ist unser Motto. Sobald ein Lkw-Hersteller bereit ist, uns zuzuhören, wäre ein schwerer Elektro-Lkw kein Traum mehr.

Mai 2010

Die Kölnische Rundschau berichtet über einen Feuerwehreinsatz bei PapStar. Mitarbeiter vom PapStar bemerkten den Rauch, zogen den Stecker und alarmierten die Feuerwehr. Es wurden zwischenzeitlich bis über 100 Feuerwehrleute mobilisiert.  Zunächst das „Negative“:

  • der „Verursacher“ des Rauchs war der Kolibri Akku
  • es war zu einer chemischen Reaktion mit Rauchentwicklung gekommen
  • die Feuerwehr war verunsichert, weil kein Gefahrdatenblatt vorlag
  • die Reaktion von DBM Energy kam zunächst nur verzögert

Das „Posivitive“:

  • Es gab keine Explosion, kein Feuer
  • Schadstoffmessungen an der Einsatzstelle und in deren Umgebung verliefen negativ
  • Es entstand kein Personen und kein Sachschaden

Spätere Artikel (Kölner Stadtanzeiger, Kölnische Rundschau)  über den Vorfall belegen weiterhin:

  • „Gefahr war jedoch zu keiner Zeit gegeben“ und „Viel Qualm um nichts“ (Gregor Falke von PapStar)
  • „Durch einen chemischen Prozess in der Batterie hat sich Kaltrauch entwickelt“ (Harald Heinen,  Einsatzleiter und Chef der Freiwilligen Feuerwehr Kall)
  • „Der Einsatz bestätigte sogar, wie sicher unser intelligenter Energiespeicher auf Lithium-Basis wirklich ist.“ (Mirko Hannemann)

Die Ursache:

„[…] Nur einmal hat das defekte Ladegerät eines Fremdherstellers den eine Tonnen schweren Akku über 60 Stunden überladen. Das war, wenn auch unfreiwillig der beste Beweis für die Sicherheit unserer Akkus. Der Akku ist weder explodiert noch hat er Funken geschlagen oder gar gebrannt. Der verursachte Feuerwehreinsatz war ein Fehlalarm.“ (Mirko Hannemann, WiWo)

Konsequenzen:

„[…] Wie Hannemann selbst erfahren musste, kommt es auf das Zusammenwirken der gesamten Kette an. Als er sich vor einigen Monaten bei einem Testlauf vorschnell auf die Daten eines Zuliefererbauteils verließ, kam es in der Ladeelektronik zur Rauchentwicklung. Das Teil musste gegen eine Eigenentwicklung ausgetauscht werden. “ (autogazette)

März 2010

Das Handelsblatt berichtet in dem Artikel „Kraftpaket mit großer Ausdauer“ über die DBM und deren Akkuentwicklung. Es gibt ein paar Infos über den „Chefentwickler“ Mirko Hannemann:

  • 27 Jahre alt
  • Physikstudium abgebrochen und ging stattdessen zur DBM Search & Rescue Company GmbH
  • 2005 bekommt er den Auftrag einen Hochleistungsakku für Noteinsätze zu entwickeln

Kolibri Akku:

  • Liefert zwischen -40 und +100 °C Energie
  • Schichtartiger Aufbau
  • Gewicht 1/10 vom Bleiakku
  • 1/3 der Größe eines Bleiakkus

Februar 2010

Die Berliner Zeitung veröffentlich einen Artikel über DBM Energy und den Kolibri Akku. Es sind zumeist bereits bekannte Infos:

  • Preis der Vernunft
  • RUF Story
  • PapStar

Neu:

  • DBM Energy hat 15 Mitarbeiter
  • DBM Energy (angeblich) 2008 gegründet
  • ursprünglich wurden Akkus für Katastropheneinsätze entwickelt (Anforderungen: Leicht und hohe Kapazität)

Infos über den Kolibri Akku:

  • ist ein Lithium-Metall-Polymer-Akku (LMP)
  • benötigt nur noch 1/10 der Menge an Lithium (im Gegensatz zu einem herkömlichen Lithium Ion Aku)
  • enthält keine giftigen und teuren Schwermetalle wie Kobalt
  • Herstellungsaufwandt ca. die Hälfte von Lithium-Ionen-Akkus (weitere Halbierung bei größeren Stückzahlen)
  • keine Kühlung notwendig, geringes Gewicht und hohe Energieausbeute

Januar 2010

Das Verbrauchermagazin ‚Guter Rat‚ (Burda Verlag) und die Rolandversicherung verleihen alljählich den Preis „Auto der Vernunft„.  Der Jury Sonderpreis „Innovation der Vernunft“ geht 2010 an die DBM für den Kolibri Akku. Ein kurzer Bericht und ein Video.